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Buch: Architekten: Apocalypse now?
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Stadt: Stuttgart, Deutschland
Datum: 01 / 1997

Apokalypse?: Die Veränderung eines Berufsbildes

Die Situation der Architekten lässt sich, so glaube ich, nur dann andern, wenn es gelingt, den Ruf des Architekten in der Gesellschaft zu verbessern. Die Leistung des Architekten stellt für die meisten Bauherren keinen Wert dar, sondern ein lästiges Übel. Warum denn Fachingenieure und Architekten bezahlen? Welchen Wert haben Form und Gestalt in unserer Gesellschaft, oder warum besitzt nur Geld einen »Wert«? Sie sehen, ihre Fragen werfen noch mehr Fragen auf, doch wo sind die Antworten?

In Zeiten, in denen jeder weiß, was schon oder billig ist, bleibt der Architekt als einziger im Bauprozess, der wissen konnte, was gut ist. Als junges Büro nehmen wir die Krise der Architektur eher als Krise einer eigenen Existenzgründung wahr Architektur als Reflex auf die Zeit ist im Selbstverständnis progressiv. Die Krise ist eine Herausforderung und kein Ende Zunft: Der Markt für gute Architekten wird immer enger. Ein Großteil der Kollegen wird in nächster Zeit als Immobilienarchitekt oder als Zuarbeiter von Generalunternehmen und Investoren tätig sein. Ein kleiner Teil wird in der klassischen Rolle des praktischen Altbauarchitekten bzw. künstlerischen Luxusarchitekten weiter existieren - gegängelt von Kunden mit »Geschmack«. Daneben wird es einige wenige geben - Produktentwickler, Strategen - die sich innovativ mit Architektur auseinandersetzen; bisher waren das übrigens auch nicht mehr. Die meisten Architekturabsolventen werden aufgrund ihrer breiten und analytischen Ausbildung in anderen Berufen ein Wirkungsfeld finden … müssen. Zukunft: Projekte werden Ober die Länder hinweg an vielen Orten betreut. Der kulturelle Austausch fuhrt zu einer Belebung von Kreativität und Lösungen.
Digitalisiert, vernetzt im Verbund mit verschiedenen Disziplinen, wird der Architekt noch starker seiner Rolle als Generalist und Koordinator unterschiedlicher Metiers gerecht. Wir sehen unsere Arbeit als Architekten bei Akzeptanz von Ökonomie und Technik weiterhin als Kulturarbeit an. Wir wollen Reflex auf die Zeit sein, Prototypen des modernen Lebens entwickeln, Gebäude bauen, die prozesshaft reagieren und Veränderungen zulassen; unsere Aufgabenfelder werden vom Bühnenbild bis zum Niedrigenergieteil reichen.