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Multispace Bestand 08-200x.jpg © Gerhard Kalhöfer
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Multispace Bestand 41-200x.jpg © Gerhard Kalhöfer
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Multispace Bestand 40-200x.jpg © Gerhard Kalhöfer
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Multispace Bestand 42-200x.jpg © Gerhard Kalhöfer
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Multispace Bestand 07-200x.jpg © Gerhard Kalhöfer
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Multispace Bestand 43-200x.jpg © Gerhard Kalhöfer
Projektteam Gerhard Kalhöfer, Johannes Haucke, Daniela Zang
Bauherr Stadt Monheim am Rhein
Stadt Monheim
Beteiligte Gerhard Kalhöfer
Datum 2022
Bildrechte Gerhard Kalhöfer

Multispace Bestand - Bürobau

“Hier hätte ich mehr Lust zu arbeiten, als in einem öden Ding,” Frida Thoma

Der Bestand verfügt über die üblichen Defizite einer Zellenstruktur. Aus der Betrachtung aktueller Anforderungen, die nicht mehr allein aus konzentrierter Arbeit bestehen, die von anderen Einflüssen klar abgegrenzt werden müssen, sondern in der Teamarbeit und Austausch zentraler Bestandteil des Arbeitsprozesses darstellen, ist die fast labyrinthische Ausgangssituation des Grundrisses völlig ungeeignet zur Arbeit innerhalb einer Abteilung. Dem gegenüber stehen moderne Arbeitsformen, die eine Vielfalt von
Arbeitssituationen und Offenheit anbieten. Diese gehen über eine Zellenstruktur weit hinaus.
Daher werden die Zellenbüros zurückgebaut, um einen völlig neuen, innovativen und zeitgenössischen Raumcharakter zu erreichen. Dieser entspricht den Formen der neuen Arbeitswelt. Dabei wird nicht der gesamte Raum zurückgebaut, sondern allein Teile des Raums. Es werden die Teile beibehalten, die man weiterhin zur Abgrenzung braucht und nur die zurückgebaut, die den kommunikativen Raum, der heute benötigt wird, einschränken. Die Struktur wird angepasst aber nicht erneuert. Daher muss auch nur ein Teil der Substanz entsorgt werden. Ziel ist ein nachhaltiger Umgang mit dem Bestand.

Formal werden nicht nur Flächen zurückgebaut. Der Rückbau findet dreidimensional - teilweise sogar über die Geschosse statt, so dass kugelartige Leerräume entstehen. Sie sind die neuen Bindeglieder einer sozialen und kommunikativen Struktur.

Strukturell werden die Zellenbüros weiterhin den Bestand dominieren, jedoch wird deren struktureller Nachteil kommunikationsfeindlich zu sein, durch die Intervention aufgehoben. Durch die Öffnung und den Abbruch geometrisch genauer Teilflächen wird ein Zusammenhang geschaffen, der die Zusammenarbeit fördert, jedoch nicht zu Lasten des „Heimatbüros“, indem die individuelle Verfügbarkeit des Raums gewährleistet wird. Durch präzis gesetzte Eingriffe entsteht eine kontinuierliche Sichtbeziehung nach außen - selbst von weit innengelegenen Räumen, welche vorher nicht gegeben war. Die dunklen Innenbereiche werden zu helleren Bewegungsräumen.